Android Browser



Angelegt Sonntag 01 Januar 2023

Wir kennen den Spruch "Wie man sich bettet, so liegt man.". Das gleiche gilt für die Programme und Apps mit denen wir täglich umgehen. Man sollte etwas Aufwand betreiben die richtigen Apps zu suchen, zu verstehen und ggf. zu ersetzen. Dies kann eine wesentlich angenehmere "Erfahrung" mit dem Internet oder anderen Aufgaben bereiten, als ohne nachzudenken einfach nur das Menü zu nehmen, dass einem vom Hersteller des Handies vorgesetzt wird.

Bei mir gestaltet sich das immer so, dass ich als erstes versuche alternative Softwarequellen wie z.B. den F-Droid erreichbar zu machen, um alle Freiheiten der Wahl von Apps zu haben. Allerdings sollte man sich über die potentiellen Gefahren im Klaren sein. In den Einstellungen muss z.B. dem Browser erlaubt werden, Software von diesen alternativen Quellen zu installieren.

Beispiele:

Kommen wir zum Thema. Viele nutzen an ihrem Handy den eingestellten Browser (z.B. Chrome) ohne sich das jemals bewusst zu machen. Für sie besteht das Internet maximal aus den Webseiten welche sie regelmäßig ansteuern (soziale und asoziale Netzwerke, facebook, whatsapp, ..). Die Google Suchseite ist quasi "das internet" - alle davon abweichenden 1 Milliarde Webseiten verursachen Unwohlsein, Unsicherheit bis Hilfslosigkeit.

Für mich ist das Internet nichts anderes als ein Netz von Netzen. In diesen Netzen stehen Server, welche Inhalte über Protokolle vermittelt anbieten. Die Server haben Adressen und Ports, an denen die Inhalte vorgehalten werden.

Wenn ich nun diese Inhalte betrachten möchte, brauche ich ein Programm, welches in der Lage ist nach Eingabe einer Adresse und ggf. eines Ports die Inhalte von dem Server abzuholen und mir anzuzeigen. So ein Programm nenne ich Browser.

Leute die gerne E-Book-Reader einsetzen kennen diese E-Ink-Tabletts, die Texte und Bilder durch Bildschirme anzeigen, welche nur wenig Strom zum Ändern der Inhalte brauchen und oft wochenlang mit einer Ladung betrieben werden können (Tolino Shine, Amazon Kindle , Pocketbook InkPad X, etc.). Beim Lesen von Büchern auf e-ink Tabletts hat man andere Anforderungen als beim Lesen einer Webseite auf einem großen Bildschirm am PC. Man braucht Funktionen, um z.B. die Buchstaben des Textes so anzupassen, dass sie auf einem kleinen Bildschirm gut zu lesen sind. Manchmal muss sogar das Layout der Webseite verändert oder speziell gewählt werden, damit man die Inhalte gut lesen kann. Praktisch ist auch, wenn man den eigentlichen Kontent und das Menü trennen kann und auf Knopfdruck nur den Kontent sieht und nicht das Menü.

Ich habe nun festgestellt, dass so ein open source E-Ink--Browser, der normalerweise auf einem E-Ink-Tablett verwendet wird, für meine Zwecke am normalen Android Handy eine gute Wahl ist. Dieser Browser hat spezielle Funktionen, die man in Standard-Browsern nicht so leicht findet. Es geht mir dabei um die Verwaltung und Archivierung von Informationen aus dem Internet. Im Wesentlichen brauche ich die Funktion, eine Webseite als PDF abspeichern zu können um sie meinem "Wissensspeicher" Calibre hinzufügen zu können.

Dazu habe ich den "Workflow": Erst auf "Reader-Mode" umschalten, ggf. ins Deutsche übersetzen und dann als PDF sichern. So bekomme ich ein hübsches Dokument von der Webseite ohne den Menü-Balast. Denn, nur was man schwarz auf weiß hat, kann man getrost nach Hause tragen (Werbung aus den 80er Jahren der Computerei ;).

Am besten zeige ich mal, wie meine Webseite auf dem EinkBro von Daniel Kao aussieht aussieht:

Man sieht oben "1 minute" die erwartete Lesedauer für diese Webseite. Diese Zahl wird vom Browser berechnet und ist nicht Bestandteil der Webseite. Ich habe den Browser in den "Lesemodus" versetzt, so dass ich nicht durch das Menü auf der linken Seite gestört werde. Dies geschieht durch Antippen des kleinen "Buch-Icons" unten rechts in der "Taskleiste".

Die Seite ist invers dargestellt. Schwarzer Hintergrund mit weißem Text, weil dies weniger Strom benötigt und zugleich angenehmer zum Lesen in der Nacht ist. Der Zeichensatz ist ebenfalls ein anderer als, wenn ich die Seite mit einem anderen Browser z.B. auf einem PC anschaue.

Dies sind aber nur wenige der Möglichkeiten dieses Browsers. Ich kann z.B. eine Webseite als ebup oder PDF Dokument abspeichern oder "sharen". Oft verwendet ich als Ziel des Teilens mein Google Notes oder eine nextcloud Instanz. Dann kann ich die Seite im Lesemodus als PDF-Dokument (oben ) an anderer Stelle weiterverarbeiten.

Die Art, Position und Anzahl der Funktionen in der Taskleiste kann frei definiert werden, so daß dieser Browser bei jedem Anwender anders aussieht:

Das Hauptmenü des Browsers gestattet vielfältige Möglichkeiten die angezeigten Daten weiterzuverarbeiten.
Schließlich kann alles von der Startseite bis hin zur Cookie-Verwaltung dediziert konfiguriert werden.

Sehr praktisch ist der Translate Button, welcher eine Webseite im Nu via Google Übersetzer in eine Sprache der Wahl übersetzt (oben ein vormals englischer Artikel der New York Times).

Man braucht einige Zeit um die vielen Funktionen gut kennenzulernen und zu nutzen. Wenn man sich jedoch einmal eingearbeitet hat, ist dieser Browser eine sehr gute Hilfe um mit Informationen umzugehen. Was die Sicherheit betrifft, scheint er ebenfalls besonders sicher zu sein. Es werden keine Daten erhoben und mit Drittunternehmern geteilt.

Hinweis: Manche Buttons haben eine andere Funktion, wenn man sie lang oder kurz drückt. z.B. Bookmarks erstellen (lang) oder Bookmarks anzeigen (kurz).

Quelle: https://github.com/plateaukao/einkbro

Viel Spaß!