Auf einer australischen Webseite fand ich die Beschreibung eines 32 Bit Micro-Computers namens Colour Maximite 2 der von Geoff Graham und Peter Mather entwickelt wurde.

Sein wichtigstes Merkmal ist die Einfachheit mit der I/O-Hardware programmiert werden kann. Dies geschieht durch den sehr leistungsfähigen BASIC Dialekt MMBasic.

Wenn das Flachbandkabel in der gezeigten Art ("Loop") angeschlossen wird, dann sind die Pins Raspberry Pi kompatibel (s. Breadboard) zu verwenden.

Beispiel: Der Pin 11 wird als digitaler Ausgang jeweils 10 ms lang auf logisch high und low geschaltet. Am Oszilloskop kann man sehen, wie exakt der Schaltvorgang abläuft.

Wenn man die 'PAUSE 10'-Statements, welche eine Verzögerung um 10 ms bewirken, weg lässt, dann zeigt sich eine maximale Periodendauer von 3,5 us was einer maximalen Schaltfrequenz von 285,7 kHz entspricht! Ich weiß nicht, ob irgend jemand ein Signal mit 285 kHz ein- und wieder ausschalten möchte, machbar wäre es aber (mit BASIC als Programmiersprache ;-)

Da es zur Zeit nicht sehr einfach ist den Computer fertig aufgebaut zu beziehen (Lieferprobleme, hohe Nachfrage bei den wenigen Lieferanten), habe ich die Beschreibung auswendig gelernt, zwei Ausgaben (Juli/August 2020) des australischen Elektronik-Magazins Silicon Chip gelesen und mir den PC kurzerhand aus Einzelteilen selbst zusammen gelötet. Das Ergebnis sehen Sie oben.

Ich bin dabei der Anleitung auf der australischen Webseite und dem Magazin gefolgt. Habe die Gerber-Dateien mit den Platinen-Layouts nach China zu PCBway geschickt und von dort die fertigen PCBs nach ca. 3 Wochen erhalten. Die Bauteile habe ich mir bei verschiedenen Lieferanten beschafft und die CPU direkt bei Waveshare in China bestellt.

Alles in allem hat das ca. 4-5 Wochen gedauert und ca. 150-170 € gekostet (Zoll,..) - aber es hat sich gelohnt! Für mich ist das der Mess- und Regel-Traum und das zukünftige "Gehirn" für einen Haushaltsroboter, den ich bauen möchte ;-) Auf youtube finden sich diverse Filmchen, die die Fähigkeiten des Teils zeigen - einfach dort mal nach CMM2 suchen.

Eckdaten:

  • 480 MHz 32-Bit CPU (ARM Cortex-M7 mit Gleitpunkteinheit)
  • 516 kB Basic RAM (reicht für mehr als 25000 Zeilen Code)
  • 5000 kB Daten RAM (Variablen, IO-Buffer etc.)
  • 128 GB SD-Karte für Programme und Daten (dürfte reichen)
  • 40 Pin IO wie bei Raspberry Pi
  • VGA Graphik mit max. 1024 x 768 Pixel oder 16 Bit Farbe (typisch 800x600 RGB332)
  • Nunchuk - Interface(s)
  • IR- und Wärme-Sensor on Board
  • Stereo Sound
  • RTC mit CMOS-Batterie (Datum/Uhrzeit und 4k Speichererhalt für Status Infos)
  • durchschnittlich 270000 BASIC-Befehle pro Sekunde
  • Interrupt fähige Basic Befehle (Anspringen von SUBs durch Statuswechsel an Pins oder Tastatureingaben)
  • Watchdog timer (kann sich bei einem Software dead-lock selbst resetten)
  • Autostart.bas (insb. in Verbindung mit watchdog sinnvoll bei unüberwachtem Betrieb)
  • Eingebauter Datei-Manager und Editor (IDE), Syntaxhervorhebung durch Farbe, Cut/Copy/Pase/Suche etc.
  • Console-Zugriff bei Betrieb ohne Monitor
  • Firmware/Updates benötigt keine weitere Hardware, um diese auf den Chip zu "brennen" - USB Kabel genügt.
  • Bootzeit 1 Sekunde (Vergessen Sie Windows!)
  • Stromverbrauch 1 Watt (190 mA bei 5V) z.B. via USB Anschluss an den Computer oder kleines Steckernetzteil

Beispiel: Das folgende Programm misst die Laufzeit von 2 Mio Schleifendurchläufen und berechnet daraus die Anzahl der Durchläufe pro Sekunde.

Man kann an dem Bild auch schön sehen, wie der Firmware-Editor aussieht und wie er den Code präsentiert. Bricht ein Programm mit Fehlermeldung ab, kann man mittels F4 Funktionstaste direkt an die Stelle des Fehlers springen und dort editieren. Mit F2 wird das Ergebnis im Dateisystem abgelegt und direkt ausgeführt. Hat man sich erst an die Funktionstasten gewöhnt, kann man damit sehr schnell Programme schreiben und korrigieren. Der PC kann einfach mittels Stromschalter ausgeschaltet werden. Ein "Herunterfahren" ist nicht erforderlich. Bei Einschalten ist er sofort einsatzfähig und benötigt kein umständliches Laden eines Betriebssystems, das OS steckt im Flash-Speicher und ist sofort verfügbar. Einfacher und direkter kann man einen Computer kaum bedienen.

Das Ergebnis ist folgendes: 409332 Iterationen pro Sekunde. Ohne den INC Befehl wird die leere FOR..NEXT Schleife 704721 mal pro Sekunde durchlaufen.

Die Firmware wird zur Zeit sehr intensiv weiterentwickelt. Alle paar Tage erscheint eine neue Beta-Version. Wer sich dafür interessiert, kann dies in diesem Forum verfolgen. Das Hochladen einer neuen Firmware in den Flash-Speicher der CPU ist relativ einfach mit Hilfe eines USB-Kabels (Typ-A zu Typ-A) und einer Software (STM32CubeProgrammer) des Herstellers der CPU möglich.

Meist werden auf diese Weise Fehler bereinigt oder sogar neue Funktionen wie z.B. neue 3-D Graphik-Befehle eingeführt - die Entwicklung ist sehr dynamisch.

Viel Spaß!

Der HP-9100A war der erste Personal Computer. Man konnte ihn auf den Schreibtisch stellen, Programme eingeben und ausführen. Als Speicher dienten Magnetkernspeicher, Magnetkarten und Lochkarten. Man berechnete mit diesen Computern mathematische, naturwissenschaftliche oder finanzwirtschaftliche Aufgabenstellungen - im weitesten Sinne ging es um Zahlen.

Ich hatte in jungen Jahren das Glück einen solchen Computer gebraucht kaufen zu können und habe diesen Jahre später als Vorlage für einen Linux-basierten Emulator verwendet.

Der HP9100A Emulator liegt nun in Gambas Version 3.14 vor. Die Installationspakete habe ich  für debian  erstellt.

sha512sum :

  •  bd5701ba521ce7e7512493d5e11910f23e58256c514b8b50a27aedadbe39bdd844fa36364834d1bb5c6584275bb33c39ac943000c7a85bc3311643010c4c133e    hp9100a_1.3.4-2_debian.tar.gz

Enthalten ist der Installer (.deb) sowie die Quellen für die Gambas IDE.

Um die Entwicklungsumgebung Gambas3 unter z.B. Linux Mint zu installieren können Sie folgende Zeilen verwenden:

sudo add-apt-repository ppa:gambas-team/gambas3
sudo apt-get update
sudo apt-get install gambas3

Ein Hinweis zur Benutzung des Plotters. Wie beim Original sind die Plot-Befehle ( FMT  und FMT ) nur bei eingeschaltetem "Extended Memory" verfügbar. Dieses wird eingeschaltet, in dem Sie auf den Schriftzug "HP9101A Extended Memory" oben rechts im Displaybereich klicken und damit das Gerät sichtbar machen. Dort gibt es dann den Schalter zum Einschalten. FMT  zeichnet dann eine Linie zu der im X- und Y- Register eingetragenen Koordinate (0 ≤ X ≤ 7500, 0 ≤ Y ≤ 5000). FMT  hebt den Stift nach der Bewegung hoch. Der Nullpunkt ist dort, wo Sie ihn mit den Schiebereglern einstellen. Mit der Taste Center wird er in die Mitte der Fläche gesetzt. Ein Plot kann mit der Print-Taste im Plotter auf dem Standarddrucker ausgegeben werden. Der Plotter hat in der nicht-skalierten Druckausgabe auf einem Brother-Laser eine Auflösung von ca. 605 dpi (1000 Pixel = 4,2cm) und generiert auf Wunsch normale Ausdrucke über einen angeschlossenen Drucker, Postscript oder PDF Dateien.

 

Um ein Programm im Arbeitsspeicher unter einem der "Program keys" abzuspeichern genügt es, den Schalter auf "PROGRAM" zu legen und die entsprechende "Program keys"-Taste zu drücken.

Program keys werden im "RUN-Modus" ausgeführt. Bei Betätigung eines Program keys wird der Arbeitsspeicher des HP mit dem unter den key gespeicherten Programm überschrieben und das Program direkt gestartet.

weiterführende Informationen: https://www.hpmuseum.org/hp9100.htm

 

Zu dem Thema kann man nicht genug Artikel schreiben. Leider müssen diese ständig aktualisiert werden, weil "Aktualisierungen" von Browsern (Firefox, Safari, Edge,..) im Wochenrhythmus erscheinen und die Änderungen nicht immer zum Wohle des Anwenders erfolgen. Sie kennen das prämierte Spiel "Hase und Igel"? So ist das mit dem internet. Oft werden Daten gesammelt und nach Hause telephoniert. Und falls Sie jetzt denken: "ich habe doch nicht zu verbergen" - dann lesen Sie bitte "Scroogled" am Anfang des PDF Downloads des Privacy-Handbuches.

Eine schöne Seite zur Absicherung des Firefox und anderer Programme ist das Privacy-Handbuch. Allein das Kapitel "Spurenarm Surfen" ist eine Fundgrube für Konfigurationsänderungen, welche man unter about:config (als Adresszeile eingeben!) anwenden kann. Wer sich das durchliest, erfährt z.B., daß Webseiten darüber informiert werden, was Sie von einer Seite in ihr Clipboard kopieren oder daß Webseiten bereits geladen werden, wenn Sie nur mit der Maus über einen Link ziehen ohne darauf zu klicken.

Zitat:"..Außerdem sind weiteren Einstellungen in der Konfiguration privacy- freundlich zu setzen. Um die Werte nicht alle einzeln und umständlich setzen zu müssen, kann man die strenge user.js oder die moderate user.js Konfigurationsdatei von unserer Webseite https://www.privacy-handbuch.de/handbuch_21u.htm herunterladen und im Browserprofil speichern. Beim Start überschreiben die Werte aus der gewählten user.js die Preferencen."

Wer viel Zeit zum Lesen hat, kann das Handbuch mit seinen 370 Seiten (Stand Nov. 2019) als PDF herunterladen und offline lesen. Siehe hier.

Also dann: Fröhliches Strg + Shift + Entf :-)

Viele Unternehmen und Schulen nutzen Windows-Server in ihren Rechenzentren, die langsam in die Jahre kommen. Da Microsoft den SBS-Server, welcher noch eine Exchange-Nutzung beinhaltete, nicht mehr anzubieten scheint und ich die Sicherheit und Wartbarkeit der Microsoft-Produkte für nicht mehr zeitgemäß halte (Windows Update Politik & DSGVO!),  habe ich mich auf die Suche nach Alternativen gemacht und bin fündig geworden.

Die Lösung basiert auf Software der Univention GmbH Bremen, welche den Univention Corporate Server entwickelt. "..Serversoftware für unkomplizierten IT-Betrieb" steht auf der Webseite von Univention.

Hauptmerkmale dieses Systems sind:

  • Zentrales Identity Management mit SSO (single sign on, LDAP)
  • Active Directory auf Basis von Samba4
  • App Center für Funktionserweiterung (Horde, Nextcloud, OnlyOffice, OpenProject, ...)
  • KVM Virtualisierung (z.B. für "Windows-Subsystem für Windows Applikationen" ;)
  • Univention Management Console (Web-basierte Administration)
  • Internet Portal
  • Mail-Server, File-Server, Print-Server,...

In diesen Tagen habe ich ein Kundenprojekt durchgeführt, bei welchem dieses System zum Einsatz kommt. 30 interne Mitarbeiter und 160 Externe nutzen diese Server, welche auf Basis von Fujitsu Hardware eingerichtet wurden. Die Windows PC merken nicht, daß sie von einem Linux-AD verwaltet werden. Die Funktion des primären Mail-Servers wird von diesem System ebenso verwaltet, wie eine Portalseite im Internet, welche einen Webmail- und Groupware-Zugang via Horde & Nextcloud  bietet.

Das System hat eine Debian-Linux-Basis und ist daher unabhängig von Microsoft Updates & "Microsoft-Benutzererfahrung". Zudem ist es unempfindlich gegenüber Windows Viren.

Gerne berate ich Sie, wenn Sie ihr Netzwerk aktualisieren wollen.

Quellen:

 

"Linux ist das erste echte Kulturgut dieser Welt, weil Moslems, Juden, Schwarz oder Weiß weltweit an einem einzigen Projekt zusammenarbeiten, ohne dass ihnen jemand hereinredet"

(Matthias Bodry †)

Als die E-Mail erfunden wurde, bestanden E-Mails noch aus Text. Verwendet wurde der ASCII Code - eine Tabelle, welchem jedem Zeichen eine Zahl zwischen 0 und 127 zuordnet. Erlaubt waren also nur 128 verschiedene Zeichen darunter 95 druckbare Zeichen. Zu diesen Zeichen zählte das Alphabet in Groß- und Kleinschreibung, die Ziffern 0..9 und einige Sonderzeichen wie Punkt, Komma, Strich etc.

Heute werden Mails als Transportmedium für die verschiedensten Daten eingesetzt. Darunter PDF, Excel-Dateien, ZIP-Dateien, Viren und Trojaner. Über die wahre Größe solcher Mails und die Endlichkeit der Übertragungsmöglichkeiten des Transportsystems machen sich manche erst Gedanken, wenn die Mail einmal nicht ankommt. Jeder Mailanhang muss zunächst in Text übersetzt werden, bevor er als Mail versendet werden kann. Dies geschieht für den Benutzer transparent und daher bekommt er davon nichts weiter mit. Dort wo die Mail empfangen wird, wird aus dem "Transporttext" wieder der Mailanhang generiert, wie er ursprünglich verschickt wurde.

Manch einer setzt unter eine Mail eine sog. Signatur - also eine Information, die den Absender in irgendeiner Form beschreibt oder Werbung für etwas machen will. Was dabei weniger oft bedacht wird ist der Speicherbedarf, der durch die Verwendung von Signaturen entsteht. Eine Signatur kann wenig Speicher benötigen oder viel. Wenn man sich überlegt, daß die gleiche Signatur in tausenden von Mails vorkommen kann und im eigenen System in den gesendeten Mails gespeichert bleibt, dann ahnt man vielleicht, daß unnötig große Signaturen viel Speicherplatz in Anspruch nehmen werden.

Um dies zu verdeutlichen, stelle ich den Speicherplatzverbrauch von zwei Signaturen gegenüber. Die erste Signatur besteht nur aus Text. Die gesamte E-Mail mit dieser Signatur benötigt 3261 Bytes. Dafür, daß die Mail nur eine Zeile Text enthält ist das schon eine ganze Menge an Information - aber noch erträglich klein.

Das zweite Beispiel zeigt eine aufwendig gestaltete Signatur auf Basis einer angehängten Bilddatei. Diese zweite Mail benötigt 146695 Bytes und damit das 45 fache an Speicherplatz wie die Mail oben. Der Informationsgehalt beider Mails ist der gleiche.

Weil ich verhindern möchte, daß mein Postfach und die Postfächer der Menschen, denen ich eine Mail sende,  45 mal größer sein würden als sie sein müssten, verwende ich bevorzugt eine Text-Signatur :-)

Wenn man in eine Waschmaschine, einen Drucker oder ein Netzteil ein zu klein dimensioniertes Bauteil einbaut, dann wird dieses Bauteil durch die zu starke Beanspruchung wärmer und früher ausfallen, als bei korrekter Dimensionierung.

Am Beispiel eines Aukru Power Netzteiles 5V 2A (Model : BAS-522) mit USB Stecker zeige ich, was dann z.B. nach Ablauf der Garantiezeit passieren kann:

Sie sehen dort ein rundes Bauteil, das aussieht wie eine kleine Tonne mit einem "Kreuz" auf der oberen Seite (siehe Ring). Dies ist ein Elektrolytkondensator und dient meist zur Glättung von Spannungen oder als Zeitverzögerung für einen Schaltvorgang. Ein gesunder Kondensator hat eine plane Oberfläche, so wie die anderen Kondensatoren auf dem Bild. Im schlimmsten Fall, kann so ein Kondensator platzen und einen Brand auslösen. Das ist potentiell lebensgefährlich.

Der defekte Kondensator im Bild sorgte dafür, daß das Netzteil nicht mehr die geforderten Leistungsdaten hatte und seinen Dienst teilweise versagte. Das angeschlossene Gerät ließ sich zwar einschalten, funktionierte jedoch nicht korrekt. Solche Fehler sind besonders schwer zu erkennen, weil man zunächst nicht auf die Idee kommt, daß das Netzteil Ursache einer Störung sein kann, welche man dem angeschlossenen Gerät zuschreibt.

Die Hersteller von Elektronik scheinen heute eine große Kunstfertigkeit darin zu besitzen, die Lebensdauer der Bauteile genau berechnen zu können. Ich glaube nicht mehr, daß es sich um Unfähigkeit oder ein Versehen bei der Auswahl der Komponenten handelt. Meine Politik bei einem solchen Hersteller ist immer die gleiche. Eine Marke, die mir mit einem solchen Makel auffällt, wird nicht mehr gekauft. Ich zähle dazu z.B. Produkte der Firma Sony (Kameras, Notebooks) und Miele (Wäschetrockner) oder Drucker von Canon oder wie in diesem Beispiel China-Netzteile z.B. mit Namen Aukru Power. Ach, bevor ich es vergesse: Ist bei Ihrem Fujitsu Notebook "E-Klasse" auch schon die Farbe Grün im Display ausgefallen?

 

Im Bild zu sehen: Innenansicht der Tastatur meines ersten PC (hp 9100A CALCULATOR)